Was kommt eigentlich danach?

Was kommt eigentlich danach?

Dass es zwischen uns und Gardasee oder noch ein wenig südlicher der Toskana schöne Flecken gibt ist ja bekannt – auch mir. Aber kommt dann vor Rom, Apulien und Sizilien denn noch eigentlich was nennenswertes? oder ist Italien da flach, leer und trostlos. Irgendwie hätte ich eher auf letzteres getippt. Dem ist aber mit Nichten so. Es war eine sehr schöne fahrt zwischen den Cinque Terre Dörfer und meinem nächsten Reiseziel l’Aquila in den Central Apenninen – oder umgangssprachlich – in den Abruzzen.

Mein Hauptziel war ja eigentlich die Bergregion der Abruzzen. Ich habe mal eine Bergauf-Bergab Sendung gesehen wo die da ich weiß nicht wann zu welcher Jahreszeit noch beim Skitouren gehen waren. Sehr interessant. Also dachte ich fahr einfach mal in den Hauptort. Irgendwie kam mir der Name auch sehr bekannt vor – l’Aquila – und als ich dann durch die Strassen schlenderte wusste ich auch wieder wieso. 2009 gab es dort ein verheerendes Erdbeben. Viele Menschen sind ums Leben gekommen und viele Gebäude sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Bis heute sieht man Gebäude quasi in Eisenkorsetts um den völligen Zerfall und Einsturz zu verhindern. Von schnellem Wiederaufbau kann wohl nicht die Rede sein. Trotzdem ist es zumindest in der Altstadt und Fussgängerzone schick hergerichtet und das meiste auch wieder in Ordnung. Dort pulsiert auch das Leben an den vielen Bars und Restaurants. Ich habe das Gefühl nicht nur Touristen sondern eigentlich überwiegend Einheimische.

l’Aquila bietet sich als Ausgangspunkt für vieles an. Man hat mehrere Richtungen um mit dem Bike loszuziehen. Im Winter sind Möglichkeiten für Alpines, Langlauf oder auch Skitouren nicht weit. Aber glücklich ist wer im Sommer einen Camper hat. Das Hinterland zu erkunden und bei Gefallen auch mal eine Nacht dort zu verbringen ist einfach praktisch, sehr angenehm und es bringt einen an super tolle Übernachtungsmöglichkeiten.

Ein Ziel war die Burg von Calascio. Sensationell die Fahrt dorthin und noch viel beeindruckender wie sich die Dörfer am Steilen Hang hinauf ziehen. Von der Burg oben auf dem Bergrücken gar nicht zu reden. Ebenfalls ein lohnendes Ziel ist die Weiterfahrt in die Hochebene Campo Imperatore. Sensationell. Eine Landschaft so weit, relativ flach – wie das bei einer Ebene halt so ist und umrahmt von schroffen Bergen die zumindest während meines Hierseins immer in Wolken waren.

Das Campo Imperatore ist irgendwie von magischer Schönheit und zumindest um diese Jahreszeit nun wirklich nicht überlaufen. Eher das Gegenteil – ruhig, abgelegen, ab und zu mal ein Auto oder Motorradfahrer. Nicht zuletzt wurden dort oben auch einige Filme der Bud Spencer und Trerenc Hill Filme und wohl noch ein paar andere. Völlig abgefahren – da oben gibt’s wirklich nichts. kein Hotel, keine Häuser (so gut wie) – aber eine Bratwurstbude. Nein es ist mehr – viel mehr – es ist eine Metzgerei mit riesiger Grillstelle. Das Ristoro Mucciante (https://www.ristoromucciante.com). Man kann sich dort mit rohem Fleisch versorgen, Brot, Getränke und Käse und dann draussen selber grillen. Die Grills sind Rinnen so dass man die Fleischspeise auch gut auflegen kann. Für alles andere hat es praktische Grillkörbe. Ein eigens abgestellter „Kohlewart“ sorgt dafür dass immer genug Glut vorhanden ist – der Rest besorgt der doch manchmal recht heftig blasende Wind. Ein muss für jeden der hier in der Ecke ist.

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