Der Erste!

Der Erste!

Jetzt muss ich mal Strecke machen. Sonst wird das nichts bis Pfingstmontag in Palermo zu sein. Der Plan war gut nach Neapel irgendwo ans Meer zu fahren, eine Nacht und dann weiter. Als ich auf Höhe Neapel bzw. Pompeij war lockte dann doch das Highlight der Region. Ja klar – der Vesuv. Also noch via ominöser App ein Ticket für den Tag ergattert, natürlich überteuert und dann die schon streckenweise sehr steile Strasse bis zum Parkplatz für die Nicht-Pauschal-Touristen gefahren. Dort wieder kräftig Euros abgedrückt um dort parken zu dürfen. Weil das ganze aber noch gut 2,5 km unterhalb des Busparkplatzes und des Einlasses ist hätte man dann nochmal für ein paar Euro noch ein Busshuttle nehmen können. Ich habe dankend abgelehnt und bin gelaufen – ich bin ja schließlich Schwabe. Na und was soll ich sagen – es ging gut.

Dann völlig verrückt. Ein „Refugio“ steht am Beginn des Parkplatzes für die Busse die aus Neapel oder Pompeij die Touristen dort zu massen heraufbringen. Dann Einlasskontrolle. Die Tickets sind Zeitgebunden – vor deiner Zeit „kommst du hier net rein“. Also – ich hatte Zeit ging in besagtes Refugien und dachte ich kann evtl. noch gemütlich eine Tasse oder 2 Cappuccino oder ähnliches zu mir nehmen. Aber da vergeht es einem. Zum einen ist das maximal ein Kiosk, lieblos, dreckig nur Plastiggeschirr. Im Aussenbereich an den wenigen alten vergammelten Tischen überall Dreck. Selbst der Wirt schnippt seine Zigaretten vom Eingang einfach auf seine Terrasse. Unglaublich.

Dass es touristisch ist, dass das alles Geld kostet und auch teuer ist – das ist halt so. Aber die Art und Weise wie hier mit allem und allen umgegangen wird finde ich sehr befremdlich. Final muss ich sagen eigentlich kann ich nur jedem abraten den Vesuv zu Was ich vermutlich tun würde. Ich würde hochfahren bis zu besagtem Parkplatz. Würde dann hochlaufen bis so 300m (letzte Haarnadelkurve) vor dem „Refugio“ und dann den Kiesweg der von Nordwesten über Südwesten an die letzte Besucherhütte führt hochlaufen und nichts bezahlen. Dann über den Normalweg runter. (siehe Bild 1). Ich bin halt dann doch mit ein paar – erstaunlich wenigen Touristn – den Normalweg hoch und habe meinen ersten Vulkan bestiegen. 😉

Aber – das ganze hat ja auch eine andere Seite. Nämlich die Faszination einem aktiven Vulkan so nahe zu kommen und auch die Aussicht auf die Bucht von Neapel und auf die Insel Capri. Auch wenn man es nur minimal rauchen sieht, die letzte Eruption von 1944 ist, manche Büsche und Bäume im Krater wachsen hat es doch was majestätisches und magisches wenn man an die Gewalt unserer Erde denkt die hier mal kurz einen 1200 Meter Hohen Berg aus der Erde schiebt oder im wahrsten Sinne des Worte – aus der Erde bricht.

Nach diesem Schauspiel wollte ich dann eigentlich wieder schnell weg aus dem wirklichen troubeligen Neapel und Pompeij. Also weiter in Richtung Süden. Allerdings war die Luft was Autofahren anging ziemlich raus. Bis kurz vor Agropoli bin ich noch gekommen und an einem sehr netten Camper-Stellplatz übernachtet. Am nächsten Tag habe ich zu meiner Überraschung festgestellt wohl an einem super historischen Ort gelandet zu sein. Die Griechen hatten hier wohl Grosses vor und erbauten 2 Tempel. Die Anlage selber ist auch von beträchtlichem Ausmass. Ich habe allerdings nicht wirklich viel Zeit dort verbracht und bin am selben Tag noch bis Messina gefahren. Aber natürlich gibt’s hier den Wikipedia link zu Paestum (https://de.wikipedia.org/wiki/Paestum)

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