Nummer 2 und 3…

Nummer 2 und 3…

Man merkt es – die Familienzusammenführung hat perfekt funktioniert. Die Zeit hier Blockeinträge zu schreiben hat rapide abgenommen. Aber ist auch gut so. Nach dem Vesuv bin ich in einem Rutsch bis Sizilien. Habe stolze 61€ für die Überfahrt bezahlt und mir einen, wie ich finde, gar nicht so schlechten Stellplatz am Cap von Messina genommen. Alles andere, also Wild irgendwo stehen, war mir etwas zu „heiss“ nahe der Großstadt. Von dort bin ich weiter nach Isola delle Femmini, um mich auf die Ankunft meiner Lieben vorzubereiten. 😉 (Bus aufräumen, und so…)

Ich habe von dort aus eine Fahrradtour ins Hinterland unternommen. Grundsätzlich eine schöne Tour. Etwas mühsam am Meer entlang durch die Ortschaften die sich da so aneinanderreihen, am Flughafen von Palermo vorbei und südlich abgebogen ins Hinterland. Während an den touristischen Orten die Strassen und Strände einigermassen vom Müll befreit sind, sieht es an manchen – oder auch an vielen – Stellen aus, als wären es Müllhalden. Wenn man mit dem Fahrrad, langsam bergauf schnauft, bekommt man die volle Breitseite des Duftes solcher Ablagerungen zu riechen.

Isola delle Femmini – dort gibt es einen super geführten Campingplatz und die Ortschaft hat einen Bahnanschluss, den man gut für den Transfer vom Flughafen oder auch nach Palermo nutzen kann und zumindest nach Palermo auch nutzen sollte. Wir haben Palermo zwar noch aussen vor gelassen – aber wir werden definitiv nur mit Öffis rein fahren, wenn es die Zeit noch zulässt.

Nach dem kurzen Intermezzo in Isola delle Femmini sind wir auf die Südseite des Ätna gefahren. Genauer nach Zaffernia. Ein guter Ausgangspunkt, um sowohl die Südseite, wie auch die Nordseite des Ätna zu besuchen. Wir haben uns für die Südseite entschieden, so wie’s viele machen. Vom Großparkplatz mit der Gondel auf 2500 fahren (kein Schnäppchen!) und zu Fuß weiter. Letzteres machen schon deutlich weniger, die Mehrzahl lässt sich mit Allradbussen bis auf ca. 2750 fahren. Aber wir haben ja Füße bis zum Boden und ein schwäbisches Herz, also wird gewandert! Es sind zwar nur wenige Höhenmeter, dafür aber streckenweise recht steil und in dem Vulkan-Tuff, läuft es sich ein klein wenig wie auf Schnee – man rutscht immer wieder etwas zurück. Aber dafür kann man an den Rand des Val di Bove gehen. Ein riesiger Lavafluss von einem der letzten Ausbrüche. Das Panorama bekommt man mit dem Bus nicht. Und runter ist es schon fast Genuss über das leicht „fließende“ Gestein hinunter zu „gleiten“. Ganz hoch kommt man derzeit auch mit Guide nicht. Zur Zeit als wir hier waren, war geführt max. 2900 zu erreichen. Aktuelle Höhe des Ätna – ca. 3403 Meter. Besser kann man es nicht angeben. Der Ätna ist ein aktiver Vulkan und deshalb variiert die Höhe immer wieder mal. Das war Nummer 2 an Vulkanen! (https://de.wikipedia.org/wiki/Ätna)

Ein Highlight jagt das andere. Vom höchsten aktiven Vulkan Europas zu DER Stadt auf Sizilien die man gesehen haben muss. Zumindest wenn man dem Reiseführer glauben darf. Es ist in jedem Fall schwierig, mit dem Camper einen Parkplatz nahe der Stadt zu bekommen. Also gilt auch hier wieder – am besten mit dem Öffi-Bus oder Bahn und Bus die Stadt besuchen. Der bringt einen bis ins Zentrum. Touristisch gehts zu, in den Gassen Taorminas (heissen nicht so auch viele Pizzerien in Deutschland?). Aber ich muss schon zugeben, sehenswert. Tolle Blicke auf die Küste und auf die „Schöne Insel- Isola Bella. Alte Häuser, schöne Gassen und Plätze und mit der Anzahl Touristen ging es zu dieser Jahreszeit auch noch. Wer Wert auf Marken Kleidung legt wird hier auch fündig. Hier geben sich die Luxus-Mode-Marken die Türklinke in die Hand. Kurz und knapp – es lohnt sich wirklich.

Die Familienzusammenführung war nur zu 4/5 komplett. Die Große kommt erst heut an. Also sind wir von Taormina nach Olivera. Etwas baden – den tollen Strand geniessen und auf die Ankunft des restlichen 5tels warten. Nach einer kleinen italienischen Zugreise hat auch das geklappt – alle5OnTour! 🙂

Nummer 3 ruft. Mit der Schnellfähre oder Boot von Malizza über ein paar Stationen von Eolischen Inseln bis nach und auf Stromboli. Sehr nette Ortschaft – autofrei natürlich – viele Ebikes und Ape’s, Golfcart-Taxis, schwarze Strände und ein eigenes, tolles Flair. Wir verbringen hier in einem Hotel die Nacht, weil wir ja schließlich die Ausbrüche des Stromboli bei Nacht sehen wollen. Also Guide geschnappt, um auch so nah wie möglich zum Ort des Geschehens zu kommen. Ob das die 30€/Person wehrt war, da ist sich die Familie nicht ganz einig. Ich würde es mal so zusammenfassen. Wer nach dem vielen Geld für die Fähre und dem Hotel etwas auf seine Finanzen schauen muss, der kann auch super gut damit leben, bis zum Aussichtspunkt auf 290 Meter statt auf die 400 Meter mit Führer zu gehen. Wenn er schön ausbricht, was er an unserem Abend und Nacht getan hat – dann macht es kaum einen Unterschied, ob man auch etwas weiter unten dem Schauspiel zusieht. Der positive Nebeneffekt ist – man kann kommen und gehen wann man will und muss sich nicht mit 20 anderen aus der Gruppe (und anderen Gruppen) in Lavastaub/Asche eingehüllt den Weg teilen. Aber neben all den Dingen, die so eine Gruppentour mit sich bringt, ist es schon ein beeindruckendes Schauspiel, den Berg glühend heisse Lava spucken zu sehen. Ich denke die Bilder sprechen für sich. Stromboli – Nummer 3 – mehr werden es auch nicht – aber definitiv der Höhepunkt an Vulkan-Watching.

Jetzt ist leider schon etwas mehr als die erste Urlaubswoche um, heute Dienstag – ist Fahrtag. Von Milazzo gehts weiter in den Osten der Insel. An Palermo vorbei bis nach San Vito Lo Capo. Noch ein paar (wenige) Tage klettern und natürlich die Umgebung anschauen. Also – bleibt gespannt. Ciao for now!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert